Bibliothek / Sammlungen / Ausstellung

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Lesesaal A und B:  Mo - Fr 08:00 - 22:00 | Sa - 10:00 - 18:00  / während der Vorlesungszeit
Lesesaal A und B:  Mo - Fr 08:00 - 20:00 | Sa - 10:00 - 18:00  / während der vorlesungsfreien Zeit

Fachauskunft und Ausleihe: Mo - Fr: 10:00-13:00  und 14:00-16:30 | Sa: geschlossen

Auswärtigen Besuchern wird empfohlen, sich telefonisch anzumelden (+49 69 798 32968)


Die Kinder- und Jugendbuchsammlung des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main ist im Laufe der Jahrzehnte zu einer Spezialbibliothek von nationalem und internationalem Rang herangewachsen, der „Bibliothek für Jugendbuchforschung". Hinsichtlich der Bedeutung sowie des Umfangs ihrer Bestände gehört sie in den engen Kreis der Spitzenbibliotheken dieses Sammelgebiets; zu ihren Schätzen zählt die Kinderbuchsammlung Walter Benjamins.

Die chronologisch aufgestellte Sammlung beginnt mit den Fabeln von Äsop auf Griechisch von 1550, erstreckt sich über pädagogische Werke und Ratgeber aus der Zeit der Aufklärung, volksliterarische Schriften der Romantik, biedermeierliche Reisebeschreibungen, Mädchen- und Backfischliteratur bis hin zu Werken aus der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Den größten Teil des ca. 200 000 Medieneinheiten umfassenden Bestands nehmen allerdings deutschsprachige Bilder-, Kinder- und Jugendbücher sowie Heftchen, Magazine, Comics und sonstige Kinder- und Jugendmedien der Nachkriegszeit und der Gegenwart ein. Der aktuelle Teil der Sammlung wächst dabei jährlich um einige Tausend Titel, gespeist aus den Stiftungen der deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchverlage (Deutschland, Österreich und Schweiz). Buchstiftungen aus privaten und öffentlichen Händen tragen zudem zur Schließung von Lücken im Bestand bei.

Daneben werden in dieser Bibliothek die Forschungs- bzw. Sekundärliteratur zur deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur wie auch ausgewählte Titel der internationalen Kinder- und Jugendliteraturforschung geführt.

Eine tiefgehende bibliothekarische Inhaltserschließung mit genormtem Wortschatz, entwickelt im Institut für Jugendbuchforschung und einzigartig sowohl für die Belletristik als auch für die Sachliteratur, eröffnet eine Vielzahl von  Recherchemöglichkeiten (z.B. nach Literatur- und Buchgattungen, nach Themen und  Motiven, Epochen und Geographika) und erfährt deshalb eine intensive Nutzung durch Studenten, Wissenschaftler, Journalisten, Lehrer, Bibliothekare sowie allgemein Kinderbuchinteressierte aus Deutschland und der Welt.


Nutzungsmodalitäten

 Der öffentliche Bereich der Bibliothek für Jugendbuchforschung ist im Erdgeschoss des Querbaus 1. Dort befinden sich die Lesesäle A und B, in denen die Sekundärliteratur sowie die Kataloge für die Primärliteratur als auch für die Forschungsliteratur untergebracht sind.  Die Sekundärliteratur kann in ihrer Gesamtheit nicht ausgeliehen werden.

Die Primärliteratur ist vollständig magaziniert und somit für Benutzer nicht zugänglich. Ein Zugriff auf sie (sowie auf die Forschungsliteratur) ist durch die verschiedenen Kataloge (Suchportal sowie Zettel) möglich. Die Medien müssen per Leihschein bestellt werden und können am darauffolgenden Öffnungstag direkt in der Ausleihe und Fachauskunft der Bibliothek für Jugendbuchforschung, Erdgeschoss, Raum 115, abgeholt werden. Die nach 1950 erschienene Primärliteratur ist ausleihbar. Taschenbücher, Zeitschriften und Comics sind von dieser Regelung ausgeschlossen; sie sind wie die vor 1950 erschienenen Kinder- und Jugendbücher nur in den Lesesälen A und B einsehbar. Die Ausleihfrist beträgt vier Wochen, eine Verlängerung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Ein Bibliotheksausweis ist für die Benutzung der Bibliothek für Jugendbuchforschung nicht notwendig.

Weitere Details der Nutzungsmodalitäten erfahren Sie in der Fachauskunft der Bibliothek für Jugendbuchforschung.


Ausstellung

"Vom Fabelwesenwald zum waldweiten Netz. Faszination Bäume in der Kinder- und Jugendliteratur"

Die meisten von uns sind mit Märchenbüchern aufgewachsen, in denen Wald als geheimnisvoller Raum außerhalb des Gewohnten auftaucht, in dem Hexen und verzauberte Wesen leben und zu Abenteuern einladen. Für Kinder wird der Wald so zum Faszinosum und auch viele Erwachsene erhalten sich den Wald als Sehnsuchtsort. Die Kinder- und Jugendliteratur spiegelt diese Sehnsucht wider. So finden sich in der Ausstellung Bücher, in denen sich Kinder langsam in Bäume verwandeln, im Wald Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen und Ängsten gewinnen oder sich danach sehnen, groß und fest verwurzelt in der Erde zu stehen.

Kinder- und Jugendbücher halten jedoch auch andere und über den Menschen hinausgehende Perspektiven bereit. Schon Texte der Romantik sind sich der Vernetzung von Pflanzen mit ihrer Umgebung bewusst und spätestens seit den Büchern von Peter Wohlleben ist die ökologische Auseinandersetzung mit Wäldern in den Bestsellerlisten angekommen. Viele Bücher beschäftigen sich mit den komplexen Wechselwirkungen, in denen Bäume mit ihrer Umgebung stehen. In naturwissenschaftlicheren wie auch poetischeren Büchern werden dabei zunehmend auch die Folgen des menschengemachten Klimawandels thematisiert. Eindrücklich kritische Perspektiven werden so beispielsweise von einem zornigen Eichelhäher vermittelt, der menschliches Handeln aus Sicht des Waldes und seiner Bewohner auf lyrische Weise anklagt. Der Wald bietet so in vielerlei Weise ein Spielfeld, menschliches Handeln zu reflektieren, kritisch zu hinterfragen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Die Ausstellung ist ab sofort im IG-Farben-Haus, Querbau 1, Raum 111 und 112 zu besichtigen.