Laufende Projekte

Forschungsschwerpunkte:

  • Ästhetik des Musiktheaters
  • Libretti und LibrettistInnen
  • Richard Wagner
  • Literatur des Vormärz
  • Theatergeschichte des 18.-20. Jahrhunderts
  • Exilliteratur
  • Fachgeschichte der Germanistik


Forschungsprojekte:

Edition der Lebenserinnerungen der Komponistin Rosy Geiger-Kullmann


1938 musste die in Frankfurt geborene Komponistin Rosy Geiger-Kullmann Deutschland verlassen und emigrierte nach Kuba, wo sie eineinhalb Jahre auf ihre Einreisvisum für die USA gewartet hat. In New York pflegte sie Kontakte zu deutsch-jüdischen Community und besonders zu der aus Frankfurt stammenden Exilgemeinde. Als Komponistin fasste sie nach anfänglichen Erfolgen aber auch innerhalb dieser Kreise nicht mehr Fuß – erlitt also das Schicksal nicht weniger emigrierter Künstlerinnen und Künstler. 1962 zog sie zu ihrer Tochter nach Kalifornien, wo sie 1964 auch starb.

1886 war Rosy Kullmann in eine Frankfurter aufgeklärt-liberale jüdische Familie hineingeboren worden, der Vater war Weinhändler. Ihre frühe Begabung wurde erkannt und gefördert. Mit 15 Jahren vertonte sie ein Gedicht von Nikolaus Lenau, das im Jahr 1902 bei einem Konzert im Saalbau uraufgeführt und 1907 auch veröffentlicht wurde. Sie nahm Unterricht u.a. bei Bernhard Sekles, dem späteren Direktor des Hoch'schen Konservatoriums. Auch nach ihrer Heirat mit dem Frankfurter Rechtsanwalt Rudolf Geiger setzte sie ihre musikalische Laufbahn fort, komponierte Liederzyklen, Opern und Oratorien.

1933 wurde sie wie alle jüdischen Künstler aus dem musikalischen Leben ausgeschlossen, reagierte aber darauf mit einer zunehmenden Hinwendung zu jüdischen Themen in ihren Kompositionen und mit einem institutionellen Engagement in der „Vereinigung Jüdischer Tonkünstler Frankfurts“, der „Arbeitskommission für Musik des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Main/Frankfurt“ sowie der „Jüdischen Tonkünstlerhilfe“, die sie mitgründete.

 

1961 schrieb sie auf einer amerikanischen Schreibmaschine ihre Lebenserinnerungen, über ihre Kindheit in Frankfurt, ihre Ausbildung als Komponistin, ihre Konzertbesuche, ihre Familiengeschichte und das reiche kulturelle Frankfurter Leben, aber auch über die Zeit nach 1933 sowie am Schluss über die Zeit in Amerika.


Ausstellungsprojekte: