"Selbst aus Barcelona gebürtig, habe ich die Bibliothek nach meiner Berufung im Jahre 1981 am Institut für Romanische Sprachen und Literaturen aufgebaut, und zwar fast ausschließlich aus Schenkungen. Damit ist die inzwischen auf 35.000 Bände angewachsene Bibliothek zu einer der größten Bücherschenkungen für die Goethe-Universität seit dem Zweiten Weltkrieg geworden.

Hauptdonatoren der Bücherbestände sind der Katalanische Verlegerverband, der fast zwanzig Jahre lang die auf der Buchmesse ausgestellten katalanischen Bücher der Biblioteca stiftete, sowie die Generalitat de Catalunya, die Katalanische Regierung, die institutionell edierte Bücher an die Biblioteca gibt. Dazu kommen allerdings noch hunderte von Verlagen, Institutionen (etwa die katalanischen Universitäten und die Katalanische Akademie, Institut d'Estudis Catalans) und Autoren, die ihre Produktion in Deutschland gerne präsent wissen und unseren Bitten um Schenkungen entsprochen haben.

Auch über 100 laufende katalanische Zeitschriften erhält die Biblioteca Catalana, zum Teil im Tausch mit der Zeitschrift für Katalanistik (ZfK), die seit 13 Jahren in Frankfurt erscheint und als Zentralorgan der Katalanistik im deutschen Sprachbereich fungiert, u. a. mit dem jährlichen Verzeichnis aller an deutschsprachigen Universitäten angebotenen Lehrveranstaltungen zu katalanischen Themen.

Die Biblioteca sammelt nicht nur die literarischen und auf Literatur, Linguistik und Landeskunde im weitesten Sinne bezogenen Bücher und Zeitschriften, sondern auch eine große Zahl von Büchern und Zeitschriften aus allen Wissens- und Lebensbereichen, sofern sie auf Katalanisch geschrieben sind, womit ein umfassendes Archiv zur katalanischen Schriftsprache zur Verfügung steht.

Im Hessischen Bibliothekskatalog HeBIS sind bereits über 13.000 Titel der Biblioteca Catalana elektronisch präsent, obwohl ihr leider keine bibliothekarische Stelle zur Verfügung steht. Die digitale Titelaufnahme wird kontinuierlich fortgesetzt.

Benutzer der Bibliothek sind nicht nur die Studierenden und Lehrenden in Frankfurt, sondern auch Wissenschaftler aus ganz Deutschland. Studierende mit katalanistischen Themen anderer Universitäten kommen oft für einen Tag nach Frankfurt, um vor Ort zu recherchieren. Aber auch Kollegen aus Frankfurt haben inzwischen die Schätze der Biblioteca entdeckt: die reiche Sammlung zu katalanischer Kunst (Romanik, Modernisme/Jugendstil mit Antoni Gaudí etc., Dalí, Miró, Tàpies, Design, Urbanistik etc.), die sehr reiche Kinder- und Jugendbuchsammlung, die touristische Abteilung zum Beispiel zu Barcelona, der Costa Brava, den Balearen, zu València und Alacant (an der Biblioteca Catalana entstand der mit 600 Seiten größte deutsche Kunst- und Reiseführer zu den Katalanischen Ländern), die soziolinguistischen Werke oder die Sammlung von Dissertationen und Magisterarbeiten.

Die internationale Presse hat in der Vergangenheit in mehr als 150 Artikeln von der Biblioteca Catalana in Frankfurt berichtet.

Und Besucher aus Katalonien – auch hochrangige Persönlichkeiten, von denen das Gästebuch Auskunft gibt – nehmen diese katalanische Sammlung mitten in Deutschland immer wieder als ein Zeichen deutscher Weltoffenheit beeindruckt zur Kenntnis."

(Auszüge aus der Zeitschrift Transparenz, Nr. 2, Frankfurt am Main, November 2000, S. 21-22)

Pressemitteilungen

Ihr Sammelschwerpunkt ist die katalanische Verlagsproduktion seit dem Fall der Franco-Diktatur. Sie sammelt insbesondere die literarischen Texte auf Katalanisch, die Werke über katalanische Literatur, die katalanischen sprachwissenschaftlichen Werke (einschließlich von Lexika und katalanischen Enzyklopädien) sowie landeskundliche Werke in weitem Sinne (Geschichte; Kunstgeschichte, Kunst und Architektur; Kultur; Gesellschaft, Politik, Wirtschaft; Geographie ...).

Neben dem auf Literatur, Linguistik und Landeskunde bezogenen belletristischen und wissenschaftlichen Buch- und Zeitschriftenbestand stellt ein weiterer Bestand das umfassendste Archiv moderner katalanischer Schriftsprache in der Welt außerhalb der Katalanischen Länder und des spanischen Staates dar: es sind dies Bücher und Zeitschriften aus allen Wissenschafts- und Lebensbereichen, sofern sie auf Katalanisch geschrieben sind. Dem Sprachwissenschaftler ermöglicht dieser Buchbestand, Dokumentation für eine große Zahl fachsprachlicher und sozial- oder regionenspezifischer schriftlicher Verwendung katalanischer Sprache zu finden. Dem Landeskundler ermöglicht der Bestand, über die gemeinhin als landeskundlich angesehenen Gebiete hinaus, sich über alles, was Katalonien betrifft, zu informieren. Der Literaturwissenschaftler kann als Textwissenschaftler über die Grenzen des literarischen Textkorpus hinaus jede Sorte von Alltags- und Fachtexten studieren. Dieser Buch- und Zeitschriftenbestand zur katalanischen Schriftsprache ist integraler Bestandteil der Biblioteca Catalana.

Von etwa 100 katalanistischen, im Institut für Romanische Sprachen und Literaturen vorhandenen Büchern ausgehend, erfolgte der erste Ausbau mit den Bibliotheksgeldern der Berufungszusage Stegmann ab Ende 1981. Nach diesem Zeitpunkt konnte die Biblioteca Catalana angesichts des schmalen gesamtromanistischen Bücheretats des Instituts nur durch Schenkungen wachsen. Diese Schenkungen wurden durch Aktionen eingeworben, die sich bisher – einschließlich stetig notwendiger Aktionen für versiegende Spendenquellen – über 34 Jahre hingezogen haben, und stellen insgesamt die zahlenmäßig zweitgrößte Bücherschenkung dar, die die Universität Frankfurt seit dem 2. Weltkrieg bekommen hat. Seit 2002 befindet sich die Biblioteca Catalana, als selbständige Bibliothek am Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main gegründet, im Bibliothekenverbund „Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften“ auf dem Universitätscampus Norbert-Wollheimplatz 1, und hat einen eigenen Platz im obersten Stock des IG-Farben-Hauses. Zur Zeit (2026) umfaßt die Biblioteca Catalana über 40.000 Bände.

Grundpfeiler der Versorgung mit den Neuerscheinungen ist, seit bisher 30 Jahren, die Überlassung der bei der Frankfurter Buchmesse ausgestellten katalanischen Bücher durch den katalanischen Verlegerverband. Andere katalanische Messeaussteller (zeitweilig auch der balearische und der valencianische Ausstellungsstand) haben ebenfalls ihre Neuerscheinungen der Biblioteca Catalana überlassen. Ferner stiften seit Jahrzehnten katalanische Institutionen, z. B. die Katalanische Akademie mit ihren verschiedenen wissenschaftlichen Sektionen, die Katalanische Regierung (besonders das Kultusministerium und die Generaldirektion für Sprachpolitik), die Kulturämter der Städte, Stiftungen oder Banken und Kassen die von ihnen betreuten, den Kulturbereich betreffenden Publikationen, der Biblioteca Catalana. Auch Selbstverleger und Kleinverlage haben der Biblioteca Catalana aus Eigeninitiative oder auf Anforderung literarische Werke geschenkt. Enzyklopädien und teure Ausgaben werden gelegentlich auf Einzelanforderung von den Verlegern gestiftet oder gelangen durch spezifische finanzielle Förderung in die Biblioteca Catalana. Private Sammler haben Teile ihrer Bibliothek der Biblioteca Catalana vermacht. Die Biblioteca Catalana besitzt viele Publikationen, die weder in deutschen Sondersammelgebiets-, noch in anderen Bibliotheken vorhanden sind, da sie nicht im normalen Buchhandel in Erscheinung treten.

Verschiedenste regional gestreute Zeitschriften werden regelmäßig von den Herausgebern kostenlos an die Biblioteca Catalana geliefert. Die Biblioteca Catalana bemüht sich hier besonders Zeitschriften zu sammeln, die von katalanischen Kulturinstitutionen und verbänden in aller Welt außerhalb Kataloniens herausgegeben werden. Mehrfach hat in der Vergangenheit die Universitätsbibliothek Barcelona oder die katalanische Bibliothek des CEDACC in Perpinyà (Nordkatalonien) ihre Duplikata der Biblioteca Catalana zur Verfügung gestellt. Ebenso hat die Biblioteca Catalana ihre Duplikata an Bibliotheken wie Berlin, Heidelberg, Tübingen, Leipzig, Rostock, Marburg, Bukarest oder Moskau in Schenkungen weitergegeben.

Campus Westend alt
campus-westend

Da die Biblioteca Catalana bisher 34 Jahre lang ohne die Finanzierung für eine Bibliothekarskraft auskommen musste und nur durch Prof. Stegmann und seine, vom Institut für Romanische Sprachen und Literaturen finanzierten studentischen Hilfskräfte geführt wurde, hat sich ein einfaches Verfahren etabliert, um jedem neu ankommenden Buch einen eindeutigen Standort in den Regalen und eine sich automatisch ergebende Signatur zuzuordnen:

Die Signatur jedes Buches besteht aus dem Kürzel für den Verlag, für den Reihentitel (sofern vorhanden), und der Reihennummer (bzw. bei fehlendem Reihentitel: aus den Kürzeln für: Verlag, Autorenname, Titel). Jedes Buch ordnet sich so in alphabetischer und numerischer Reihenfolge an eine ganz bestimmte Stelle in den Regalen der Biblioteca Catalana. Diese Form der Signatur ist der des numerus currens dadurch überlegen, dass die Aufstellung nach Reihen sachlich sinnvolle und nützliche Zusammenstellungen ergibt. Ohne eine kostpielige bibliothekarische Ausstattung war eine systematische Aufstellung nach Sachgebieten nicht zu leisten.

In den Jahren 2005-2008 hat das Institut Ramon Llull die elektronische Erfassung der Biblioteca Catalana-Bestände finanziell unterstützt. Bisher sind über 13.000 Bände im Hessischen Gesamtkatalog und damit im Internet präsent. Das Ziel, den Gesamtbestand aus dem weltweiten Internet bibliographisch erschließen zu können, wird beharrlich weiterverfolgt und muss durch eine speziell hierfür zuständige bibliothekarische Kraft gewährleistet werden. Im Jahre 2012 ist die Biblioteca Catalana Frankfurt am Main von der FIEC (der internationalen Föderation katalanischer Vereinigungen) zu den 7 weltweit bedeutendsten katalanischen Kulturschätzen außerhalb Kataloniens gewählt worden. (letzter Stand: 1.11.2015)