Podcast-Projekt „Unerhörtes Mittelalter: Vormoderne Erzählungen und warum man sie unbedingt kennen sollte“ (Staffel 2)

Weitere Informationen unter "Forschungsprojekte".

Die zweite Staffel gibt es hier in gewohnter Langform und im neuen Kurzformat „kurz & bündig“ (abrufbar über: SpotifyApple-PodcastsDeezer) für alle diejenigen, die nicht auf die Lesung verzichten möchten, denen aber drei zentrale Fragen und Antworten fürs Erste genügen! Hört gerne wieder rein! 

Der blinde Hausfreund

In der Geschichte, die wir in dieser Folge besprechen, geht es um einen reichen, blinden Musiker, der der Ehefrau seines Gastgebers nachstellt. Heute würde man vielleicht sagen, er ist ein Stalker. Die treue Ehefrau versucht alles, um sich den Nachstellungen zu entziehen, doch der Blinde ist hartnäckig. Schließlich vertraut sie sich ihrem Ehemann an. Der ist empört über die Untreue seines Gastes und vereinbart mit seiner Frau, ihm eine Falle zu stellen, die dieser nicht durchschauen kann - weil er blind ist. Aber ist die dann vollzogene gewalttätige Rache fair? Diese und andere Fragen diskutieren wir mit unserem heutigen Gast, mit Prof. Dr. Sebastian Coxon, der extra vom University College aus London ins Studio gekommen ist.

Die alte Mutter

In dieser Geschichte geht es um die konfliktträchtige Beziehung zwischen einer adligen alten Dame und ihrem Sohn. Seine Neigung dazu, das Geld freimütig auszugeben, führt zwischen beiden zu Streit. Den will die Mutter bei einem Hoftag in Nürnberg vom Kaiser schlichten lassen. Allerdings ist sie nahezu blind. Das macht sich ihr Sohn zunutze, indem er ihr am Kaiserhof den langen Ärmel eines fremden Ritters in die Hand gibt und einschärft, es sei seiner und sie solle ihn immer festhalten, damit sie einander im Gedränge nicht verlieren. Ob sie so vor dem Kaiser ihre Vorwürfe gegen den vermeintlichen Sohn durchsetzen kann, erfahrt ihr in unserer neuen Podcastfolge zur „Alten Mutter“. Unser heutiger Gast ist Prof. Dr. Volker Mertens.

Der Mönch Felix

In der heutigen Geschichte geht es um einen frommen Mönch, der außerhalb des Klosters in einem Buch liest, dass es im Himmel immerwährende Freuden gibt, die jede menschliche Vorstellung übertreffe. Er kann das nicht glauben, da schickt Gott ihm ein Vögelchen, das ihn mit seinem betörenden Gesang verzaubert. Als der Mönch ins Kloster zurückkehren will, erkennt ihn niemand. Was ist geschehen? Das erfahrt ihr in dieser Folge. Als Expertin zu Gast haben wir Dr. Mareike von Müller von der Georg-August-Universität Göttingen.

Der arme Ritter

Die Hauptfigur dieser Novelle ist ein reicher Ritter, der die Gottes Mutter Maria zutiefst verehrt. Eines Tages übernachtet er auf dem Weg zu einem Turnier bei einem fremden aber verarmten Ritter, dessen wunderschöne Tochter sein Begehren weckt. Er bietet den Eltern viel Geld an, um mit ihr schlafen zu können und diese nehmen in ihrer Verzweiflung an. In der Nacht erfährt der Ritter den Namen des schönen Mädchens. Sie heißt Maria. Ob das der Nacht eine neue Wendung gibt und was sich danach ereignet, erfahrt ihr, wenn ihr wieder einschaltet! Zu Gast im Podcaststudio ist Prof. Dr. Elke Koch von der FU Berlin.

Die Rittertreue

Kern der Erzählung ist ein dramatischer Konflikt, in den der verarmte Ritter Willekin gerät, der mit seinem letzten Geld in eine Stadt kommt, in der um die Hand der reichen Königstochter gekämpft werden soll. Dort lässt er sich auf ein verhängnisvolles Versprechen gegenüber einem fremden Ritter ein, der in Wirklichkeit ein Untoter ist: Dieser ist bereit, Willekin sein außergewöhnliches Pferd für das Versprechen zu überlassen, dass Willekin alles, was er im Turnier durch das Pferd erkämpft, mit ihm teilt. Willekin ist einverstanden und siegt. Doch in der Hochzeitsnacht erscheint der untote Ritter und fordert seinen Anteil an der Braut. Jetzt muss sich Willekin entscheiden: Überlässt er dem Fremden seine Braut oder bricht er sein ritterliches Ehrenwort? Der Experte der heutigen Folge ist Prof. Dr. Christian Schneider von der Gutenberg Universität Mainz.